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Standpunkt 5: Otto-Dullenkopf-Park

49° 00‘ 12‘‘ N, 8° 25‘ 30‘‘ O

Die Grünanlage liegt zwischen Durlacher Allee und Ostring um das Schloss Gottesaue. Sie bietet mit dem Kirschblütenhain und dem Skulpturenpark, Spielplatz und Kinderzirkus sowie Skater-, Bolz- und Streetball-Plätzen unterschiedliche Naherholungsmöglichkeiten. Begrünte Stadtbahngleise wie auf der Ludwig-Erhard-Allee stellen kleine, aber wirkungsvolle Grünflächen in der Stadt dar. Sie nehmen Wasser auf, speichern dieses, und geben es langsam über Verdunstung wieder an die Luft ab. So wird der oberflächliche Abfluss verringert, die Luftfeuchte erhöht und Verdunstungskälte freigesetzt. Die Gleisbegrünungen können Schadstoffe aufnehmen und binden, beispielsweise Feinstaub. Zusätzlich mindern sie die Lärmbelastung.

 

 

Grünflächen in der Stadt

 

Innerstädtische Grünflächen können innerhalb der überwärmten Stadt als „kühle Inseln“ fungieren. Über die Verdunstung von Wasser durch die Pflanzen wird die fühlbare Wärme verbraucht und dadurch erhitzen sich die Flächen nichtso stark. Gleichzeitig wird die Luftfeuchte erhöht. Des Weiteren schirmen Bäume die direkte Einstrahlung ab. So sind Grünflächen, insbesondere solche mit höherem Bewuchs, infolge ihrer Schattenwirkung, Wärmekapazität und der Verdunstungskälte am Tag und in der Nacht deutlich kühler als versiegelte Flächen. Klimatisch wirksam sind am Tag innerstädtische Parkanlagen, Alleen, Friedhöfe, Fassaden- und Dachbegrünungen. Insgesamt ist in Städten ein hoher Grünanteil, in Form der Begrünung und Bepflanzung sowohl von Straßen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden als auch von privaten Dächern, Fassaden und Innenhöfen wünschenswert. Im Jahresmittel liegen in Städten der mittleren Breiten die Lufttemperaturen generell um 0,5 bis 2 Kelvin* höher als im Umland. Vor allem in Sommernächten sind die Unterschiede groß. Die erhöhten Temperaturen kommen durch den hohen Anteil versiegelter Flächen, die sich am Tag stärker als vegetationsbedeckte Fläche erwärmen und nachts gespeicherte Wärme wieder abgeben, zustande. Hinzu kommen anthropogene Wärmeemissionen durch beispielsweise Heizungsund Klimaanlagen sowie Verkehr und Industrie. Rasenflächen kühlen in der Nacht viel stärker aus als versiegelte Flächen. Dadurch bildet sich Kaltluft über diesen Grünflächen. Diese kann in den direkt angrenzenden warmen Siedlungsraum eindringen und diesen somit ebenfalls abkühlen. Zusätzlich dienen innerstädtische Grünflächen der Naherholung.

 

* 1 Kelvin entspricht zahlenmäßig 1 °C

 

 

 

Text: Süddeutsches Klimabüro am KIT

Fotos: Irina Westermann (oben), Hans Schipper (Mitte, unten)