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Biometeorologie

Definition

Anzahl der Tage in Mai, Juni, Juli und August mit mindestens 5 mm Niederschlag

In Bearbeitung...

Gräser setzen ihre Pollen aktiv frei, indem sie in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchtigkeit das Öffnen ihrer Staubbeutel (Antheren) steuern können. Im Tagesverlauf treten die höchsten Belastungen ab den späten Vormittagsstunden auf. Ein allergologisch relevanter Pollenflug kann in Folge bis in die frühen Abendstunden anhalten. Im ländlichen Raum sowie im Umfeld von Mähwiesen tritt am Vormittag die höchste Belastung auf, innerhalb von städtischen Siedlungsgebieten sind es eher die Nachmittagsstunden, in denen ein höherer Gräserpollenflug auftreten kann.

Das „Auswaschen" von Graspollen beruht auf der Annahme, dass hierfür der Niederschlag während der Blütezeit relevant ist. Niederschlag kann also zu niedrigeren Pollenbelastungen führen.

In Bearbeitung...

Definition

Blühperiode der Birke zwischen 101. und 131. Tag des Jahres (1971-2000) bzw. zwischen 95. und 125. Tag des Jahres (2021-2050).

Verbreitung Birkenpollen: Tage im Blühzeitraum mit weniger als 0,5 mm Tagesniederschlag

Auswaschung Birkenpollen: Tage im Blühzeitraum mit mehr als 5 mm Tagesniederschlag

EOBS_1971-2000_BWm_PolBirketage_obs
Beobachtungen (Verbreitung) im Kontrollzeitraum (1971–2000)
PolBirketage_Mittelwerte
Erwartete Änderungen (Verbreitung) zwischen Kontrollzeitraum und naher Zukunft (2021-2050)
EOBS_1971-2000_BWm_PolBirkeAustage5mm_obs
Beobachtungen (Auswaschung) im Kontrollzeitraum (1971–2000)
PolBirkeAustage5mm_Mittelwerte
Erwartete Änderungen (Auswaschung) zwischen Kontrollzeitraum und naher Zukunft (2021-2050)

Die Zahl der Tage mit günstigen Bedingungen für die Verbreitung von Birkenpollen liegt zwischen 1971 und 2000 in der Südhälfte Baden-Württembergs bei etwa 16 Tagen, in der Nordhälfte bei etwa 19 Tagen. Die Zahl der Tage, an denen Birkenpollen ausgewaschen werden können, liegen im Süden zwischen fünf und acht und bei drei bis vier im Norden Baden-Württembergs.

Für die nahe Zukunft (2021-2050) wird für die Verbreitungstage von Birkenpollen nur im Nordwesten Baden-Württembergs eine leichte Abnahme um etwa einen Tag erwartet. Außerdem wird für die Tage mit günstigen Wetterbedingungen für die Auswaschung von Birkenpollen in naher Zukunft eine Zunahme um bis zu einen Tag erwartet.


Für die Belastung von Allergikern spielt eine Rolle, wie viele Pollen sich in der Luft befinden. Bäume, die Allergien auslösen, sind vor allem Hasel, Erle und Birke.

Die Februar-/März-Temperatur ist für die Birke relevant, denn es gibt eine Korrelation von Blühbeginn zu Wärmesummen der Temperatur. Wenn eine bestimmte Temperatursumme erreicht wird, beginnt die Warnung vor Pollenflug durch den Deutschen Wetterdienst. Für die Birke wurde der Beginn der Blühperiode im Mittel über Baden-Württemberg im Zeitraum 1971-2000 auf den 101. Tag des Jahres, das Blühende auf den 131. Tag festgelegt. In der nahen Zukunft (2021-2050) verschiebt sich dieser Zeitraum leicht, der Blühbeginn liegt dann am 95. Tag, das Blühende am 125. Tag des Jahres.

Damit Baumpollen freigesetzt und anschließend in der Luft transportiert werden können, spielen viele Faktoren eine Rolle. Grundsätzlich begünstigen hohe Sonneneinstrahlung und trockene Luft die Pollenfreisetzung („Verbreitung Birkenpollen“). Umgekehrt beruht die „Auswaschung Birkenpollen“ auf der Annahme, dass der Niederschlag während der Blütezeit für die Auswaschung von Pollen relevant ist. Niederschlag kann also zu niedrigeren Pollenbelastungen führen

Definition

Tage pro Jahr mit Tageshöchsttemperaturen von mindestens 30 °C
EOBS_1971-2000_BWm_Heissetage_obs
Beobachtungen im Kontrollzeitraum (1971–2000)
Heissetage_Mittelwerte
Erwartete Änderungen zwischen Kontrollzeitraum und naher Zukunft (2021-2050)

Für Baden-Württemberg wurden zwischen 1971 und 2000 durchschnittlich etwas mehr als vier heiße Tage pro Jahr beobachtet. Maximale Werte von bis zu 14 heißen Tage pro Jahr werden v.a. in der Rheinebene erreicht. In höheren Lagen ist die Anzahl am geringsten.

In allen Regionen Baden-Württembergs wird in der nahen Zukunft (2021-2050) eine signifikante Zunahme der Zahl heißer Tage erwartet, im Mittel fünf Tage. Den größten Anstieg um bis zu neun Tage wird auch in der Zukunft in den wärmeren Regionen Baden-Württembergs verzeichnet.

Zu beachten bleibt die Schwankungsbreite von Jahr zu Jahr, sodass auch in Zukunft einzelne Jahre mit besonders vielen oder wenigen heißen Tagen auftreten können.


Extremtemperaturen können die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen. Ab Temperaturen von 30 °C nimmt bereits die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit ab. Vor allem ältere und pflegebedürftige Personen, Säuglinge und Kleinkinder, im Freien Arbeitende, sowie Menschen mit Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sind bei hohen Temperaturen gefährdet. Neben der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsabnahme können auch Hitzeerschöpfung, Hitzschlag oder Hitzekollaps die Folge sein. Eine Zunahme der Häufigkeit von Hitzeereignissen in Zukunft könnte deshalb zu einer höheren Mortalitäts- und Morbiditätsrate, häufigeren Unfällen und geringerer Arbeitsqualität führen.

Heiße Tage sind eine wichtige Größe für den Bereich Landwirtschaft, da nicht nur der Ernteertrag (Ertragseinbußen ab 30 °C), sondern auch die Qualität des Geernteten unter der Hitze leidet. Insbesondere, wenn die Hitze in der Blütezeit, also zur Zeit der Pollenausbildung, auftritt, sind die Schäden am größten. Während der Blütenentfaltung kann bereits eine Stunde Hitzeeinwirkung schädlich sein. Am stärksten leiden Raps, Kartoffeln und Zuckerrüben unter den Hitzetagen. Auch die Wasserversorgung ist entscheidend, da diese die Transpiration bestimmt (Transpiration kann die Bestandstemperatur generell um etwa 4 °C oder mehr senken); je trockener die Bedingungen, desto schlimmere Folgen hat Hitze für eine Pflanze.

Heiße Tage, sofern sie zusammen mit starker Sonneneinstrahlung auftreten und eine Fruchttemperatur von über 40 °C verursachen, können zudem an exponierten Stellen von Obstbäumen Sonnenbrand an den Früchten, beispielsweise Äpfeln, verursachen.

Eine sehr hohe Temperatur unterstützt die Vermehrung von neuartigen Schädlingen, wodurch Stadtbäume häufiger beschädigt werden können. Weiterhin sind die momentan in Städten gepflanzten Baumarten an das aktuelle Klima angepasst. Klimaänderungen mit häufigeren Hitzeereignissen können daher eine Anpassung der Baumarten notwendig machen. Auch der hitzebedingte Trockenstress wirkt aufgrund des begrenzten Wurzelraumes bei Stadtbäumen schneller, als bei Waldbäume.

Heiße Tage mit Temperaturen von mindestens 30 °C stellen für Bäume eine starke Belastung dar. Extremtemperaturen führen zu höherer Insektenvermehrung. Alte und neu gepflanzte Bäume sind dabei besonders anfällig und sterben vermehrt ab. Daher sind Hitzeschäden auch noch Jahre nach besonders heißen Sommern zu beobachten. Weiterhin besteht durch die Hitze vermehrte Waldbrandgefahr.

Definition

Anzahl an Tagen pro Jahr, an denen die Tageshöchsttemperatur mindestens 30°C (heiße Tage) und die Tagessumme der Globalstrahlung mindestens 5000 W/m² (ca. 5 Stunden Sonne) erreicht

In Bearbeitung...

An heißen Tagen ist nicht nur allein die Temperatur für den thermischen Komfort entscheidend, sondern auch die Sonneneinstrahlung. Am Tag führt starke Sonneneinstrahlung zu einer Erhöhung der thermischen Belastung und erhöht die Sonnenbrandgefahr.
Hohe Luftfeuchtigkeit bzw. Bewölkung führen am Tag zu einem hohen Schwüle-Empfinden. In der Nacht bremsen sie die Ausstrahlung und damit die Abkühlung, besonders in Städten.

An heißen Tagen ist nicht nur allein die Temperatur für den thermischen Komfort entscheidend, sondern auch die Sonneneinstrahlung. Am Tag führt starke Sonneneinstrahlung zu einer Erhöhung der thermischen Belastung und erhöht die Sonnenbrandgefahr.
Hohe Luftfeuchtigkeit bzw. Bewölkung führen am Tag zu einem hohen Schwüle-Empfinden. In der Nacht bremsen sie die Ausstrahlung und damit die Abkühlung, besonders in Städten.

Definition

Anzahl der Jahre in 30 Jahren, in denen im Sommer (Juni, Juli, August) mindestens die gleiche Anzahl an heißen Tagen (Tageshöchsttemperatur mindestens 30 °C) wie im Sommer 2003 auftritt

In Bearbeitung...

Der Sommer 2003 ist in vielen Branchen als ein besonders heißer und trockener Sommer in Erinnerung geblieben, der, bis dahin noch nicht aufgetretene Folgen, brachte. Dazu zählen beispielsweise hohe Sterberaten in Städten in Folge von Hitzebelastungen, Hitzeschäden und daraus resultierende Ernteeinbußen in der Landwirtschaft oder Trockenheitsschäden an Bäumen.

Der Sommer 2003 ist in vielen Branchen als ein besonders heißer und trockener Sommer in Erinnerung geblieben, der, bis dahin noch nicht aufgetretene Folgen, brachte. Dazu zählen beispielsweise hohe Sterberaten in Städten in Folge von Hitzebelastungen, Hitzeschäden und daraus resultierende Ernteeinbußen in der Landwirtschaft oder Trockenheitsschäden an Bäumen.

Der Sommer 2003 ist in vielen Branchen als ein besonders heißer und trockener Sommer in Erinnerung geblieben, der, bis dahin noch nicht aufgetretene Folgen, brachte. Dazu zählen beispielsweise hohe Sterberaten in Städten in Folge von Hitzebelastungen, Hitzeschäden und daraus resultierende Ernteeinbußen in der Landwirtschaft oder Trockenheitsschäden an Bäumen.

Der Sommer 2003 ist in vielen Branchen als ein besonders heißer und trockener Sommer in Erinnerung geblieben, der, bis dahin noch nicht aufgetretene Folgen, brachte. Dazu zählen beispielsweise hohe Sterberaten in Städten in Folge von Hitzebelastungen, Hitzeschäden und daraus resultierende Ernteeinbußen in der Landwirtschaft oder Trockenheitsschäden an Bäumen.

Definition

Anzahl Tage pro Jahr mit einer Tagestiefsttemperatur größer gleich 20 °C
EOBS_1971-2000_BWm_Tropennaechte_obs
Beobachtungen im Kontrollzeitraum (1971–2000)
Tropennaechte_Mittelwerte
Erwartete Änderungen zwischen Kontrollzeitraum und naher Zukunft (2021-2050)

Die Beobachtungen (1971-2000) zeigen für Baden-Württemberg deutlich weniger als eine Tropennacht pro Jahr. Zu beachten ist, dass aufgrund der städtischen Wärmeinseln vor allem nachts in den Innenstädten größerer Kommunen höhere Temperaturen auftreten. Es ist also anzunehmen, dass dort die Zahl der Tropennächte höher liegt.

Signifikante Zunahmen in der Zahl der Tropennächte in der nahen Zukunft (2021-2050) werden demnach vor allem in dicht besiedelten Regionen erwartet. Dabei sticht die Region Rhein-Neckar mit bis zu vier Tropennächten mehr pro Jahr besonders hervor.

Vor allem in diesen Regionen sollten Anpassungsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit entwickelt werden.


Hohe Temperaturen in der Nacht können den Schlaf und damit die nächtliche Erholung beeinträchtigen. Eine zu geringe Schlafmenge kann zu verschiedenen Beschwerden und Symptomen führen. Beispielsweise treten Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, sowie Erschöpfung, Übelkeit oder Koordinationsprobleme auf, wodurch die Arbeits- und Produktionsleistung vermindert wird.

Wenn Nächte zu warm werden, gibt es in Pflanzen biochemische Änderungen, die sich auf den Ertrag und vor allem die Qualität auswirken können (z. B. Fettsäurezusammensetzung im Raps, Kartoffeln). Sind die Nachttemperaturen hoch, werden nachts die Produkte aus der Photosynthese vermehrt umgesetzt. Bei steigenden Temperaturen in Zukunft könnten diese Kenngrößen an Relevanz gewinnen.

Sensitivitätsbereich im Kontrollzeitraum (1971-2000) in den Regionen Baden-Württembergs
Sensitivitätsbereich in der nahen Zukunft (2021-2050) in den Regionen Baden-Württembergs
  Stuttgart (Innenstadtbereich)
  "durchschnittlich eine mehr"
  heute
  -50 %