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Klimaerwärmung 2009 trotz eisigen Wetters

9. Februar 2010, Karlsruhe

Bei Schnee und eisigen Temperaturen wünscht sich manch einer gerade jetzt etwas von der Klimaerwärmung zu spüren. Fällt der Klimawandel etwa aus und wie vergleicht sich dieses Winterwetter zu früheren Jahren? Heißt vielleicht heute Schneechaos, was früher einfach nur Winter war?

In der öffentlichen Wahrnehmung und Presse wird das erlebte Wetter gerne in Beziehung zum Klimawandel gesetzt. Klima wird jedoch mittels statistischer Auswertung auf längeren Zeitskalen (z.B. 30 Jahre) charakterisiert. Tatsächlich war in Karlsruhe der Januar 2010 im Mittel 1,8 K kälter als im Referenzzeitraum (1961-1990) und es gab viel Schnee, obwohl der Monat Januar insgesamt zu trocken war.
Durch die frühlingshaften Temperaturen der letzten Woche im Februar schneidet dieser im Mittel durchschnittlich ab (nur 0,2 K wärmer). Damit ist der Winter (2009/2010 - bis Februar) bisher auch nur durchschnittlich (-0,2 K Abweichung vom Mittel), während der letzte Winter (2008/2009) um 0,9 K zu kalt war. Der Januar 2009 war sogar noch kälter als der letzte, nämlich um 3 K kälter als in der Vergleichsperiode.

Betrachtet man jedoch die Eistage (maximale Temperatur unter dem Gefrierpunkt), d.h. 12 Tage (Winter 2008/2009) bzw. 22 Tage (2009/2010)) und Tage mit geschlossener Schneedecke (19 bzw. 34 Tage), so kann man verstehen, warum viele diesen Winter kalt finden. 

Karlsruhe, Schloss

Im Rückblick war das Jahr 2009 in Deutschland nach Angaben des DWD mit einer Durchschnittstemperatur von 9,2 °C ähnlich wie in Karlsruhe um ein Grad zu warm verglichen mit dem langjährigen Mittel.
Es war aber eher durchschnittlich und kam nicht unter die Top-Ten der Rekordjahre für Deutschland.

Weltweit gesehen sieht es jedoch anders aus:
Der Januar 2010 war vor allem in Europa und dem Osten der USA deutlich kälter, andernorts aber vielfach wärmer als im Bezugszeitraum und damit global einer der wärmsten bisher (NCDC, NOAA).

Das Jahr 2009 ist sowohl in der Auswertung des Hadley-Centers (MetOffice) als auch von GISS (NASA) unter den zehn wärmsten. Das mag überraschen, denn sowohl in den USA und Europa, also da, wo viele Menschen das Wetter miterleben, war es nicht überdurchschnittlich warm. Die Messstationen in der Arktis und Antarktis verbuchen jedoch eine überdurchschnittliche Erwärmung in den Polarregionen.
Global betrachtet war daher 2009 wieder besonders warm und die letzte Dekade war die wärmste, die je gemessen wurde. Die letzte Aussage ist übrigens viel bedeutsamer als die genaue Platzierung einzelner Jahre, die natürlichen Schwankungen (z.B. durch El Niño) unterliegt.

Die globalen Temperaturen sind seit 1880 bereits um 0,8 K gestiegen. Der Trend einer Klimaerwärmung bleibt ungebrochen.

 

 

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