Süddeutsches Klimabüro

Anzahl und Dauer von Hitzeperioden

Definition
Dauer der Hitzeperioden: durchschnittliche Anzahl heißer Tage (Tageshöchsttemperatur ≥ 30 °C) innerhalb einer Hitzeperiode

Anzahl der Hitzeperioden: Anzahl der Perioden pro Jahr, in denen ein heißer Tag oder mehrere heiße Tage in Folge auftreten

Stadt- und Raumplanung (Städtebau, Bauleitplanung), Gesundheit

Hitzeprobleme und deren Folgen für die menschliche Gesundheit verstärken sich durch die Folgen des Klimawandels und gesellschaftliche Entwicklungen, wie etwa den demografischen Wandel. Daher ist die Klimaanpassung in der Stadtplanung künftig noch stärker zu berücksichtigen, insbesondere bei der Standortplanung von vulnerablen Nutzungen, wie z. B. von Altenwohnheimen. Im Bebauungsplan festgesetzte und weitere Maßnahmen (z. B. Dämmung etc.) zur Klimaanpassung kommen im Rahmen der Planung und Errichtung des jeweiligen Bauvorhabens zur Umsetzung. Insofern ist es wichtig, dass bereits auf der Ebene der städtebaulichen Planung und der Bauleitplanung die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden, damit jedes einzelne Bauvorhaben seinen Beitrag zu einer klimaangepassten städtebaulichen Entwicklung leisten kann. Um eine möglichst geringe Verschlechterung der Wärmesituation zu erzielen, sind insbesondere Festsetzungen zu einer angemessenen Bebauungsdichte und Ausrichtung der Gebäude zu treffen und Neubauvorhaben mit einer entsprechenden Dämmung und Wärmeregulierung auszustatten. Auch mögliche Zielkonflikte zu Klimaschutzbestrebungen, die teilweise durch höhere Energiekosten durch Belüftung und Klimatisierung von Gebäuden entstehen, müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

In Karlsruhe war die Hitzewelle 2003 Anlass für eine erste Strategie zum Klimawandel, die 2008 veröffentlicht wurde. Die Hitzewelle war Anlass, sich in die Hintergründe zum Klimawandel in Karlsruhe einzuarbeiten, eine erste Arbeitsgruppe wurde gebildet.

Die Stadt Stuttgart versucht, das Hitzethema über Maßnahmen zu kommunizieren und so die Bevölkerung zu sensibilisieren. Beispielsweise ist die Stadtbahn klimatisiert. Krankenhäuser und Altenheime können oft nicht im Ganzen klimatisiert werden, aber einzelne Gemeinschaftsräume oder Aufenthaltsbereiche schon. So werden für die Bevölkerung "Abkühlungszonen" geschaffen und gesundheitliche Beeinträchtigungen verringert.

Aus der im Rahmen dieses Projekts durchgeführten Befragung unter Kommunen ging hervor, dass das Thema Hitze ein wichtiger Bestandteil in einer Vielzahl an kommunalen Vorhaben in Baden-Württemberg ist. Ein beispielhaftes Zitat aus der Befragung unter Kommunen: "Grundsätzlich: länger dauernde Hitze-Schwüle-Phasen über 30 oder 31 °C und über jeweils mehr als drei Tage sind nicht erträglich im (Innen-) Stadtraum".

Landwirtschaft

Hitzeperioden können im Bereich Landwirtschaft die Erträge mindern. Bei Perioden mit Lufttemperaturen über 30 °C kann es – vor allem in Verbindung mit Trockenheit – beispielsweise bei Getreide zu so genannter Notreife kommen. Dann reifen die Körner schneller als bei moderateren Temperaturen, wodurch die Körner kleiner bleiben und einen geringeren Ertrag bringen ("Verkürzung der Kornfüllungsphase").