Süddeutsches Klimabüro

Spätfröste

Definition
Tag des letzten Frostes pro Jahr (julianischer Tag zwischen Januar und Mai, an dem Tagestiefsttemperatur unter 0 °C liegt

Höchste Zahl aufeinanderfolgender Vegetationstage (Tages-Mitteltemperatur > 5 °C) vor dem Tag des letzten Frostes pro Jahr

Landwirtschaft (Obstbau)

Alle Obstsorten brauchen in der Zeit von ca. November bis ca. Februar eine sogenannte Winterruhe. Aprikosenbäume brauchen dabei beispielsweise eine viele kürzere Periode als Apfelbäume. Dies bedeutet, dass eine wärmere Periode (deutlich über 0 °C) nach einer kurzen Kälteperiode von ein bis zwei Wochen Anfang Dezember die Aprikosenbäume schon austreiben lässt. Wenn in Januar wieder eine Kälteperiode auftritt (was ziemlich wahrscheinlich ist), vernichtet der Frost ein Großteil der Knospen der Aprikosenbäume. Zudem spielen Spätfroste im Frühjahr eine Rolle.

Es wird erwartet, dass die Winter generell milder werden. Trotzdem werden auch in Zukunft Kaltlufteinbrüche und auch Kahl- und Spätfröste auftreten. War der Witterungsverlauf vorher eher milde, trifft der Frost auf enthärtete Pflanzen und schlägt desto schlimmer zu.

Stadt- und Raumplanung (Grünflächenplanung)

Für die winterliche Frosthärtung der Gehölze ist weniger der erste Frosteintritt als ein verlässlicher winterlicher Temperaturverlauf bedeutend, ein Auf-und-Ab im Temperaturverlauf – möglicherweise noch mit einem kräftigen Spätfrost – ist dagegen auch für frostharte Gehölze unter Umständen sehr schädlich. Frostrisse und Frostplatten am Stamm, die Holz zersetzenden Pilzen den Zutritt eröffnen, sind bei Jungbäumen dann oft die Folge.