Süddeutsches Klimabüro

Tage mit Wetterwechseln

Definition
Eine Temperaturabnahme von 4 K (entspricht zahlenmäßig 4 °C) und eine Luftdruckänderung von 6 hPa zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tagen

Gesundheit (Krankenhäuser)

Die Zahl von Patienten, die wegen Herzinfarkten ins Krankenhaus eingeliefert werden, lässt sich teilweise mit dem Wetter in Verbindung bringen. Vor allem bei Temperaturschwankungen in Richtung Kälte steigt die Zahl der Herzinfarkte und auch der Sterberate (Studie für die USA: Schwartz, 2015). Allerdings kann die Temperatur nicht als einziger Indikator verwendet werden, auch Luftdruckwechsel, Fronten oder Änderungen der Höhenströmung spielen möglicherweise eine Rolle.

Aus Erfahrungen des Universitätsklinikums Freiburg ist die Zahl der Herzinfarkte und Notfall-Aufnahmen vor Wetterwechseln deutlich erhöht, das heißt, Tage mit sehr vielen Herzinfarkten treten meist vor einem spürbaren Wetterumschwung auf. Insgesamt sind Mortalität und Morbidität am höchsten zwischen Januar und März; und zwischen Juni und September am niedrigsten. Die Morbidität ist bei stabilen Wetterlagen gering, bei Wetterwechseln erhöht.

Auf die Pflege gibt es keinen direkten Einfluss durch höhere Patientenzahlen, da die Notdienste der Krankenhäuser ausreichen, um alle Patienten aufzunehmen und zu versorgen. Bei sehr hohem Patientenaufkommen können aber Verlegungen notwendig werden, was sehr viel organisatorischem Aufwand verursacht. Auch bei unbeständigem Wetter wirkt sich hohes Patientenaufkommen personell aus. Gerade im Winter, wenn ohnehin Grippe und Erkältungen auch das Personal betreffen, kann es beim Pflegepersonal zu Engpässen kommen.

Schwartz, B. G., C. Qualls, R. A. Kloner und W. K. Laskey, 2015: Relation of Total and Cardiovascular Death Rates to Climate System, Temperature, Barometric Pressure, and Respiratory Infection. The American Journal of Cardiology. Volume 116, Issue 8, S. 1290–1297.