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Klima und Extremereignisse

3. Klimafolgen und Klimaanpassung


Hitze

In Baden-Württemberg starben Im Sommer 2003 etwa 2 000 Menschen an den Folgen der Hitze. Hitzestress beeinträchtigt vor allem die Gesundheit älterer Menschen und wird bei einer höheren Zahl an heißen Tagen in Zukunft häufiger auftreten. Nach 2003 richtete der Deutsche Wetterdienst ein Hitzewarnsystem ein, das beispielsweise Alten- und Pflegeheimen erlaubt, sich frühzeitig auf Hitzeereignisse einzustellen und entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Zwei Artikel des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung zum Hitzesommer 2003 sind unter den Titeln „Der Rekordsommer 2003“ und „Der Dürresommer 2003 - normal oder nicht?“ erschienen.

 

Hitzewelle 2003, Abweichungen der Oberflächentemperatur. Quelle: Met Office/ Hadley Centre For Climate Prediction And Research 2004.

 

Die Auswirkungen von hohen Temperaturen bzw. Hitzeereignissen sind der folgenden Abbildung zusammengefasst.

 

 

Hochwasser

Wahrscheinlich häufigere winterliche Hochwasserereignisse erfordern Maßnahmen wie den Bau von Hochwasserschutzeinrichtungen. In der Hochwasservorsorge sind auch Naturschutzmaßnahmen wie Flussrenaturierungen, Flächenentsiegelungen sowie die Einrichtung zusätzlicher Überflutungsflächen wichtig. Sommerliche Niedrigwasserereignisse hingegen können die Binnenschifffahrt einschränken und zu Engpässen bei der Versorgung von Kraftwerken mit Kühlwasser führen.

Das Auftreten von Hochwasserereignissen ist  von der herrschenden Großwetterlage abhängig. Fast alle starken Hochwasser in Südwestdeutschland traten in Zusammenhang mit der Wetterlage „Westlage zyklonal“ auf. Bei dieser Wetterlage, die auch V5 genannt wird, saugt sich typischerweise über dem Mittelmeer ein Tief mit Wasser voll und dreht dann östlich der Alpen in Richtung Norden. Durch die Drehung gegen den Uhrzeigersinn staut sich die Luft nördlich der Alpen, was zu langanhaltenden Niederschlägen führt. Abbildung 6 stellt dar, dass Messdaten für den Zeitraum 1881-2004 einen signifikanten Anstieg der
Häufigkeit und Dauer dieser Wetterlagen, insbesondere ab 1981, zeigen. Dieser Trend entspricht den Prognosen von Modellszenarien mit erhöhter Treibhausgaskonzentration, die aufgrund eines intensivierten Wasserkreislaufs einen Anstieg der Winterniederschläge in hohen Breiten zeigen. Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) geht davon aus, dass bei globaler Erwärmung auch die Hochwasserhäufigkeit ansteigen wird. Da die zunehmenden Regenfälle andere, anthropogene Einflüsse auf das Hochwasserrisiko mehr und mehr übertreffen werden, ist neben weiterer Renaturierung intensiver Klimaschutz notwendig (Caspary 2004).

 


„Westlage zyklonal" für die hydrologischen Winter des Zeitraumes 1881-2004. Links: Häufigkeiten f [%], rechts max. Dauer [Tage]. Ausgleichskurven: Polynom 4. Grades. Quelle: Caspary 2004.


Darüber hinaus ist eine Zunahme an Häufigkeit und Schadensausmaß von Naturkatastrophen nicht nur klimatisch bedingt. Größere Schäden entstehen auch durch bauliche und stadtplanerische Mängel.
Auch wenn natürlich nie sicher ist, ob manche Extremereignisse auch ohne die Klimaerwärmung in der gleichen oder ähnlichen Art und Weise stattgefunden hätten, muss schon allein aufgrund der Tatsache, dass die Weltbevölkerung weiter wächst und so immer mehr Menschen in gefährdeten Gebieten leben, alles Mögliche getan werden, um eine Zunahme der Extremereignisse zu vermeiden und Anpassungsmaßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen.
„Die deutsche Anpassungsstrategie [an den Klimawandel] stellt aufbauend auf regionalen Klimamodellen fest, dass Extremereignisse sich in ihrem Ausmaß steigern und häufiger werden können“ (Hoffmann, Rotter & Welp 2009). Extreme

In der Landwirtschaft drohen Ertragseinbußen infolge von Hitze- und Trockenperioden, während bei Starkregenereignissen die Bodenerosion zunimmt. Der Anbau resistenterer Sorten, veränderte Bewirtschaftungsweisen und verstärkter Bodenschutz sind mögliche Anpassungsmaßnahmen.