Süddeutsches Klimabüro

COP 23 - Bonn, Deutschland (Präsidentschaft: Republik Fidschi)

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Zwischen dem 6. und 17. November 2017 tagte in Bonn die 23. UN-Klimakonferenz. Der Inselstaat Fidschi hatte die Präsidentschaft inne, konnte aber auf Grund zu geringer Kapazität die Konferenz nicht ausrichten. Sie wurde deshalb an den Sitz des UN-Klimasekretariats (UNFCCC) in Bonn verlegt.

 

Die COP 23 sollte, wie auch schon die vorangegangene COP in Marrakesch, ein wichtiger Zwischenschritt zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens sein. Die recht niedrigen Erwartungen wurden aber dennoch erfüllt.

 

Vorrangig wurde ein essentieller Beitrag zu einem Regelbuch geleistet. Es soll nach der Verabschiedung im nächsten Jahr (COP 24 in Kattowitz, Polen) verbindlich festlegen, wie die im Pariser Abkommen verankerten, nationalen Selbstverpflichtungen gemessen und beurteilt werden. Die Industrienationen sollen, auf Drängen der Entwicklungsländer, bereits 2018 und 2019 eine Bestandsaufnahme der gelungenen Reduktionen von Treibhausgasemissionen durchführen.

 

Die Zukunft der Klimafinanzierung wurde auch in Bonn weiter verhandelt. Erfolge konnten bei der Aufstockung des Anpassungsfonds sowie in der Etablierung einer deutschen Initiative zur Klimarisikoversicherung ("InsuResilience") verzeichnet werden.

 

Weiterhin wurden auf der COP 23 erstmals ein "Gender Aktionsplan" und eine "Plattform für indigene Völker und lokale Gemeinschaften" verabschiedet. Die Entscheidungen stellen zukünftig die gleichberechtigte Partizipation von Frauen in sämtlichen Gremien und Delegationen der UNFCCC und die Beteiligung von indigenen Völkern beim Verhandlungsprozess sicher.

 

Mit besonderer Spannung wurde in Bonn das Auftreten der US-Delegation erwartet. Nach der Ankündigung zum Austritt aus dem Pariser Abkommen von Präsident Donald Trump im Frühjahr 2017 wurde im Vorfeld eine Verhandlungsblockade durch die Delegation befürchtet. Dazu kam es nicht - im Gegenteil. Eine inoffizielle US-Delegation von Vertretern aus mehreren US-Bundesstaaten, Städten, Wirtschaftskonzernen und NGOs proklamierte "We are still in!" und versprachen an den Klimazielen aus Paris festzuhalten.

 

Unsere Broschüre mit weiteren Informationen steht bei den Informationsmaterialien zum Download bereit.